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Spurenstoff-Entfernung durch Aktivkohle
Spurenschadstoffe sind kleinste Verunreinigungen, die als synthetische organische Stoffe des täglichen Gebrauchs unter anderem mit dem Abwasser über die Siedlungsentwässerung in die Gewässer gelangen und dort in sehr geringen Konzentrationen (Nanogramm bis Mikrogramm pro Liter) nachgewiesen werden. Hierunter fallen u. a. Konsumentenprodukte (Duftstoffe aus Körperpflegemitteln, Inhaltsstoffe aus Wasch- und Reinigungsmitteln), Arzneimittel-Rückstände aus dem Human- und Tierbereich, Restbelastungen aus medizinischen Untersuchungen, Stoffe aus industriellen Anwendungen (Weichmacher, Flammschutzmittel) oder Pflanzenschutzmittel.
Spurenschadstoffe werden durch die klassische Klärtechnik z. T. nur unzureichend aus dem Abwasser entfernt, können sich im Gewässer anreichern und negative Auswirkungen auf die aquatischen Lebewesen haben (toxisch, kanzerogen und/oder endokrin).
Im Bereich der Abwassertechnik haben die Adsorption der Spurenstoffe an Aktivkohle sowie deren Oxidation mit Ozon die besten Eliminations-Effekte.
Wasserrechtlich relevante Grenzwerte für Spurenstoffe existieren bisher nicht.
Ende 2007 erteilte der AZV Mariatal dem Büro Jedele und Partner, Stuttgart, den Auftrag zur Erstellung einer Machbarkeitsstudie zur möglichen Entfernung von Spuren-Schadstoffen im Klärwerk Langwiese. Nach Vorlage der Studie im Herbst 2008 (Ergebnis: grundsätzliche Machbarkeit ist gegeben, Empfehlung für die Installation einer Aktivkohle-Klärstufe, notwendige Investitionen: ca. 8,2 Mio. Euro) und der zwischenzeitlichen Zusage einer 50%-Förderung für die Investitionen durch das Land Baden-Württemberg Anfang 2009 entschied sich die Verbandsversammlung am 24. März 2009 in einem Grundsatz-Beschluss, eine Aktivkohle-Adsorptionsstufe im Klärwerk Langwiese zu realisieren.
Grundlagenermittlung, Vorentwurf (durch das Büro Jedele und Partner), Vor- bzw. Genehmigungsplanung (durch das Büro SAG, Ulm) sind erstellt. Die nächsten Schritte sind: Durchführung der Genehmigungsverfahren und Ausschreibung der Bauleistungen (2. Quartal 2010), Vergabe der Bauleistungen und offizieller Baubeginn (3. Quartal 2010), Ausschreibung und Vergabe der Maschinen- und Elektrotechnik (4. Quartal 2010) und die Realisierung der Maßnahme insgesamt (bis März 2012).
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